agil: systemisch & werteorientiert.

Systemische Denkfiguren

"Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung, und die ist falsch."

Albert Einstein

 

Für viele Fragen unserer hochdynamischen und komplexen Welt gibt es keine Patentlösungen mehr. Was in einer Firma funktioniert muss nicht zwangsläufig im Kontext einer anderen Firma auch funktionieren. Wir benötigen also Beratungsansätze, die unabhängig vom jeweiligen Kontext sind. Logische Strukturen, die dann auf den jeweiligen konkreten Fall angewendet werden können.
Die Verwendung dieser logischen Schemata hat vielerlei Vorteile, z.B. kann dadurch der Lösungsraum erweitert werden und aus generellen Lösungen Anregungen für den konkreten Anwendungsfall gewonnen werden.
Wie kann sieht das konkret in der Praxis und im Umfeld von agilen Methoden aus? Typische Anwendungsfälle auf Team- oder Unternehmensebene  sind z.B. 

  • (Werte-)spannungen: Ein typisches Dilemma (bzw. eine Spannung) in der sich heute viele Unternehmen befinden ist die Anforderung auf der einen Seite das Kerngeschäft, das man kennt und das Gewinne erwirtschaftet zu optimieren (exploit) und auf der anderen Seite neue Geschäftsfelder zu etablieren, von denen noch nicht klar ist, ob sie erfolgreich werden (explore). Dies ist auch bekannt unter dem Schlagwort Ambidexterity  oder innovators dilemma. Beide Aufgaben erfordern unterschiedliche Vorgehensweisen und Werte und führen zu einer Spannung. Im günstigen Fall ist dies eine produktive Spannung, die ein ausbalancieren ermöglicht, im ungünstigen Fall entstehen Übertreibungen und ein wechselseitiges Bekämpfen.
     
  • Balancierte Ressourcenarbeit: Teams benötigen Ressourcen auf verschiedenen Ebenen, eine von konkreten Inhalten unabhängiges Schema um dies zu modellieren und ggfs zu verbessern stellen die Glaubenspolaritäten da. Es gibt drei prinzipielle Qualitäten, die einen Raum aufspannen, diese lassen sich durch Wortfelder veranschaulichen, der am Besten passende Begriff wird vom Kunden ausgewählt.
    • Kommunikation, Vertrauen, Kooperation, etc
    • Struktur, Prozesse, etc
    • Strategie, Balance, etc

      Durch diese triadische Schema lassen sich Stärken und mögliche Verbesserungen identifizieren.
       
    Tetralemma: In jeden Entscheidungsprozess zwischen 2 Möglichkeiten gibt es noch die Position der (oft übersehenen möglichen) Verbindung ("beides") und die POsition, dass es eigentlich um eine andere Frage geht oder wesentliche Elemente ausgeblendet wurden ("keines"). Die Arbeit mit dem Tetralemma ermöglicht es, diese 4 Positionen systematisch zu erkunden.

     
  • Ausgeblendetes Thema: Manchmal sind Verhaltensweisen von Menschen und Teams rätselhaft. Oft liegt die Auflösung darin, dass bisher übersehene Elemente, die aber eine Wirkung haben nicht im inneren Modell berücksichtigt wurden. Das kann z.B. ein Vorgesetzer sein, der die zunehmende Selbstorganisation des Teams kritisch sieht. Die Lösung liegt dann in einer entsprechenden Einbeziehung.